Personalisierung und Entertainisierung als Strategien der politischen Kommunikation auf kommunaler Ebene. Eine quantitative Befragung bayerischer Kommunalpolitiker

Citation:

Baden, C., Koch, T., Steinle, T., & Wieland, A. . (2015). Personalisierung und Entertainisierung als Strategien der politischen Kommunikation auf kommunaler Ebene. Eine quantitative Befragung bayerischer Kommunalpolitiker. In R. Fröhlich & Koch, T. (Eds.), Politik-PR-Persuasion (pp. 193-218). Springer Fachmedien Wiesbaden. Retrieved from https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-01683-8_10
Personalisierung und Entertainisierung als Strategien der politischen Kommunikation auf kommunaler Ebene. Eine quantitative Befragung bayerischer Kommunalpolitiker

Abstract:

Im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Wähler sind Personalisierung und die unterhaltende Gestaltung politischer Inhalte kaum wegzudenken. Die bestehende Forschung dazu fokussiert bislang nationale Wahlkämpfe und damit außerordentlich ressourcenstarke und professionalisierte Akteure. Die vorliegende Studie untersucht stattdessen den Einsatz von Entertainisierung und Personalisierung in der lokalpolitischen Alltagskommunikation. Sie beschreibt beide Strategien als zentrale Facetten medialisierter Kommunikationslogiken und untersucht, ob die beiden Strategien auch jenseits der Wahlkämpfe so allgegenwärtig sind wie weithin angenommen. Auf Grundlage einer Befragung von 372 Mitgliedern kommunaler Parlamente (Stadt-/Landräte) in Bayern erfasst die Studie die Bedeutung, die Lokalpolitiker der personalisierten und entertainisierten Kommunikation zumessen, deren Einsatz im kommunalpolitischen Alltag sowie deren instrumentelle und ethische Bewertung. Die Befunde zeigen, dass Lokalpolitiker der medial vermittelten Kommunikation grundsätzlich ähnlich hohe Relevanz attestieren wie nationale Politiker. In Bezug auf Personalisierung bleiben Lokalpolitiker skeptisch gegenüber einer Betonung der Politikerpersönlichkeit zulasten politischer Inhalte und lehnen es zudem ab, Privates und Politisches zu vermengen. Entertainisierung wird weniger negativ beurteilt, aber ebenso sparsam angewandt – auch aufgrund mangelnder Gelegenheiten zur Nutzung medialer Unterhaltungsformate. Die Studie diskutiert mögliche Ursachen der Diskrepanz zwischen Relevanzattribution und Kommunikationspraxis sowie deren Folgen für die Medialisierungs- und politische Kommunikationsforschung.

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Last updated on 05/16/2026